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Kranzniederlegung am 8.Mai 2009
Beitrag: Luk List

Am Denkmal des unbekannten Deserteurs vor dem Neuen Rathaus und an der Gedenkstätte am Maschsee für die Kriegsgefangenen und Zwangarbeiterinnen und Zwangsarbeiter



 
Broschüre zum 8. Mai
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Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
liebe russische Delegation Volga Int,

am 8. Mai 1945 erfolgte die militärische Zerschlagung des deutschen Faschismus. Dieses Datum jährt sich zum 64. Mal und markiert den Sieg über das menschenverachtende Regime.
Die faschistischen Weltherrschaftspläne wurden durch gemeinsames Handeln der Anti - Hitlerkoalition gestoppt.
Die Streitkräfte der Alliierten, vor allem die der Sowjetarmee hatten die Hauptlast des Krieges zu tragen.
Es waren u.a. die Partisanen und Widerstandskämpfer, die ihr Leben einsetzten für die Freiheit ihrer Heimat.

Wir legen heute hier am Mahnmal für den unbekannten Deserteur, das mit der symbolhaltigen Inschrift versehen ist: "Denk - mal an ihn - Denk - mal an den Menschen und an seinen Gewissensentscheid sich gegen Krieg, gegen Greueltaten und sich gegen die Kriegstreiber zu wenden, gegen sie aufzustehen und nicht mehr mitzumachen.

 
Plakat zum Denkmal des unbekannten
Deserteurs downloaden
Seit 1988 gibt es auf Initiative der damaligen Studenten Ursula Schlesinger, Silke Stockar, Robert Wessel, Oliver Voß und Arne Witt hier am Trammplatz das Mahnmal für Deserteure. Damals gab es eine heftige Debatte um dieses Denkmal. Ein kurzes Gedicht von einem damals Beteiligten drückt dies so aus:


Ich hab' es mit gebaut,
Ich hab` es mit geschenkt,
es gehört wirklich der Stadt,
Ihr dürft es schräg einbauen oder gerade, ich weiß es in guten Händen
und will`s bestimmt nie
wiederhaben,
aber, auch wenn Bürokratie soviel Spaß macht

DENKT MAL an die Deserteure
- nicht nur an die Toten!


Ich muss dabei an den unsäglichen Marinescharfrichter Hans-Georg Filbinger erinnern, der als CDU-Mitglied Ministerpräsident werden konnte und der noch in den letzten Kriegstagen Todesurteile verhängte und vollstrecken ließ. Trotz dieser Schandtaten konnte er in der BRD Ministerpräsident werden. Er wurde nie zur Rechenschaft gezogen. Im Gegenteil. Noch in jüngster Zeit wurde er von einem CDU-Ministerpräsidenten gelobt und als angeblicher Widerstandskämpfer dargestellt. Über die Opfergruppe der Deserteure ist bis heute wenig bekannt. Über ein Dutzend von ihnen wurde auf dem früheren Garnisonshof, dem Fössefeldfriedhof beerdigt. Deserteure wurden in Vahrenheide in der Kugelfangtrift auf dem Kasernengelände ermordet.

Das Gedenken an die Deserteure und die anderen Opfer des Faschismus bekommt heute angesichts zunehmender neonazistischer Aktivitäten besondere gesellschaftliche Bedeutung.
Gemeinsam gilt es heute wie damals über alle Generationsgrenzen hinweg gegen Neofaschismus und extreme Rechte, gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus, gegen Krieg und deren gesellschaftlichen Ursachen zu kämpfen!
In Achtung und voller Respekt vor ihrer Gewissenentscheidung wollen wir ihnen zu Ehren diesen Kranz am Denk-mal des unbekannten Deserteurs niederlegen.

Ich danke Ihnen.

Luk List, 8. Mai 2009

8. Mai 2009 8. Mai 2009 8. Mai 2009 8. Mai 2009


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